- - - Geschichte - - - |
Wie es um Engelsdorf in grauer Vorzeit aussah, darüber gibt es jede Menge hochwissenschaftlicher Abhandlungen, die sich schwer lesen und noch schlechter verstehen lassen. Wir wissen heute, dass unser Leipziger Land bereits seit vielen Jahrtausenden bewohnt wird, für die früheste Anwesenheit von Menschen müssen wir mehrere Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung annehmen.
Um das Jahr 1350 gibt es in Engelsdorf eine Kirche. Der rechtmäßige Schulunterricht wurde in Engelsdorf seit ca. 1580 eingerichtet. Wer sich im Jahre 1583 der Stadt Leipzig aus Osten näherte, fand nur eine einzige Mühle am Wegesrand. Es sollte die Engelsdorfer Mühle sein, denn das Ratsdorf Engelsdorf erwarb das Privileg, eine solche Mühle zu bauen.
Man stelle sich die Ruhe vor, die um das Jahr 1612 die Umgebung um Engelsdorf umgab. Ein paar Hühner gackerten in den Höfen, an den rohen Holzzäunen der Pferdegute standen Wallache und Schimmel, meist geschunden von der Feldarbeit und verjagten die Fliegen mit ihren Schweifen. Hier und da ein klopfendes Hämmern oder das Plappern der Bäuerinnen. Die Kinder suchten schnell das Weite, damit sie nicht in die täglichen Hofarbeiten eingespannt wurden und versteckten sich in den hohen Wiesen und dichten Wäldern. Am Abend trafen sich die Bauern am Brau- und schankgut und kämpften gegen den Durst.
Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert wurde in Engelsdorf Bier gebraut. Auf dem sehr schönen Brau- und Schenkgut von Engelsdorf wurde eine starke Brauerei betrieben, fünferlei Bier gebraut und dieses weit versandt. Es befand sich in der späteren Hauptstraße 18.
Vom 17. bis hinein in das 19. Jahrhundert wurden allerlei Feuerbrünste und Unwetter überliefert, die oftmals von den damals zuständigen Pfarrern aufgeschrieben wurden und daher heute in unser Gedächtnis zurückgerufen werden können.
Früher hatte die Engelsdorfer Kirche keine Uhr. Damals wussten die Menschen mit der Uhrzeit nicht viel anzufangen. Es gab die Nacht, den Morgen, den Mittag und den Abend. Wenn sie sich treffen wollten, verabredeten sie sich bei Sonnenuntergang. Irgendwann aber machte sich eine Uhr erforderlich, um das tägliche Leben besser planen zu können. Im Jahre 1708 liefert der Leipziger Uhrenmachermeister Peter Niegeteich eine Kirchenuhr für 90 Taler. Sie schlug die vollen Stunden und hatte zwei Weisertafeln. Die Zeiger oder Weiser waren vergoldet.
Immer wieder befassen sich die einheimischen Ortschronisten mit den Geschehnissen zu Zeiten Napoleons und der Zerschlagung seiner Armee während der Völkerschlacht bei Leipzig. Engeldorf liegt am östlichen Ende des Schlachtfeldes. Bevor die verbündeten Sachsen und Napoleons Truppen bis nach Leipzig hinein zurück gedrängt werden konnten, ging das Kriegstreiben hin und her. Jede Einheit, auf welcher Seite auch immer sie stand, nahm den Bauern all das, was in den Ställen lebte und auf den Feldern wuchs. Die wirklichen Verlierer der Völkerschlacht waren die Einheimischen, deren Felder, Scheunen und Häuser auf dem Schlachtfeld lagen, die geplündert und verbrannt wurden, ohne Rücksicht auf Verluste.
Der Name der Stadt Leipzig entstand durch die Abwandlung des sorbischen Wortes für Linde und nicht nur im Stadtgebiet, sondern auch in Engelsdorf begegnet man den schönsten Linden auf Schritt und Tritt. Unzählige mal ist der Laubbaum hier vertreten. So ist es nur zu verständlich, dass im Wappen von Engelsdorf gleich zwei Lindenzweige zu sehen sind. In mehreren Straßen wuchsen im Laufe der Jahrzehnte prächtige Lindenalleen heran. Besonders in der so genannten Genossenschaft - jetzt Engelsgärten - pflanzten die Erbauer in der Klinger-, Wasserturm-, westlichen Hans-Weigel-Straße und in den Innenhöfen Linden an. Die Lindenstraße trug ihren Namen zu Recht. Im Zuge der Straßenumbenennung heißt sie jetzt Sommerlindenstraße. Die Engelsdorfer sind zufrieden damit.
Die Engelsdorfer sind - wie die Sachsen im Allgemeinen - ein sangesfreundliches Völkchen. Wen wundert es, dass im Jahre 1870 der Männergesangsverein "Sängerkreis" gegründet wurde. Bis in die heutige Zeit gibt es in Engelsdorf Gesangvereine und Chorgruppen, die bei so mancher Veranstaltung, egal in welcher Epoche, für Kurzweil sorgten und das deutsche Liedgut erhalten helfen.
Der zunehmende Reiseverkehr und die wachsenden Transportanforderungen zur Messestadt Leipzig erforderten neue Verkehrverhältnisse, die den von der Industrie gestellten Aufgaben gerecht wurden. Durch den geplanten Bau des Hauptbahnhofes musste als erstes das damalige Eisenbahnwerk Leipzig II verlegt werden. Es wurde der Beschluss gefasst, das neue Eisenbahnwerk Leipzig II in Engelsdorf bei Leipzig zu erschaffen. So wurde in den Jahren 1904 und 1905 die Lok- als auch die Wagenwerkstatt an ihren jetzigen Standorten erbaut und am 5. Dezember 1905 eingeweiht. Einer der Höhepunkte während der ersten Jahre des Eisenbahnwerkes war zweifellos der Besuch von König Friedrich August III. von Sachsen auf dem Werksgelände.
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Engelsdorf bleibt
Die Geschichte einer mitteldeutschen Gemeinde Engelsdorf bleibt ist ein Buch über eine Gemeinde die es nicht mehr gibt, denn das mitteldeutsche Engelsdorf, von dem hier die Rede ist, wurde eingemeindet. Wie der Ort enstand, wie er sich vom Dorf zur Industriestadt mit fast 10.00 Menschen entwickelte, wie sich seine Einwohner in allen Zeitepochen verhielten, wie sie Diktatoren, Kriege und anderes Unheil überstanden, wie sie sich untereinander verhielten, wie gearbeitet und gefeiert wurde, davon ist in diesem Buch die Rede. Es wird keine Rücksicht genommen auf Epochen, über die man nicht mehr gerne spricht, nicht auf Namen und Persönlichkeiten. Viele Erinnerungen wurden von den Menschen dieser ehemaligen Gemeinde selbst aufgeschrieben, anderes wurde durch alte Dokumente überliefert. Das Engelsdorfer Almanach, ab September 2002 im Handel
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